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4.7.13
Die Enkelin
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16.5.13
Quick, quick slow - Tanzclub Lietzensee
Mein "Schreibwerk" arbeitet an einer gemeinsamen Romanreihe, die rund um einen fiktiven Berliner Tanzclub spielt.
UPDATE Dezember 2021
Tine Sprandels zwei und meine drei Tanzromane haben jetzt neue Cover bekommen. Weiter unten könnt ihr sie sehen.
UPDATE 2021
Im Laufe dieses Jahres habe ich die Rechte an allen - bisher existierenden - Übersetzungen zurückbekommen und die Bücher verlagsunabhängig erneut veröfentlicht. Und ihnen inzwischen auch neue Cover verliehen.
UPDATE 2018
"Die Enkelin" ist inzwischen auch auf Spanisch und auf Griechisch erhältlich.UPDATE 2017
"Flirt mit einem Star" ist auf Italienisch als "Flirt con una star" als E-Book auf allen Plattformen via books2read erhältlich, das Taschenbuch bei Amazon.UPDATE 2016
"Die Enkelin" gibt es jetzt auch in italienischer Sprache unter dem Titel "La nipote". Universal-Link für das E-Book auf den (meisten) Plattformen via books2read.Das Taschenbuch gibt es bei Amazon
Ebenso ist "Zurück aufs Parkett" unter dem Titel "Ritorno al parquet" auf Italienisch erhältlich. Universal-Link für das E-Book: books2read.com/ritorno.
Das Taschenbuch gibt es bei Amazon.
UPDATE 2015
Tine Sprandel und ich haben im Frühjahr 2015 drei weitere Tanzromane veröffentlicht:"Flirt mit einem Star", "Zurück aufs Parkett" und "Nele".
Eva Joachimsen hatte das erste Buch der Reihe veröffentlicht. "Erfolg lässt sich nicht erzwingen" ist die Geschichte einer Turniertänzerin, die sich verbissen darum bemüht, den Ansprüchen ihres Partners zu genügen. Aber das Paar scheitert nicht an ihr, sondern an ihm. Dennoch lässt er sie als "ungenügend" sitzen. Mit einem neuen Partner kommt nicht nur die Freude am Tanzen zurück.
Der Roman ist inzwischen nicht mehr als einzelnes Buch erhältlich, sondern in dem Sammelband "Tanz in die Liebe" als E-Book bei Amazon neu aufgelegt worden..
Tine Sprandels "Treppensturz" erschien im Juli 2013.

Universal-Link für als E-Book Bei Amazon auch als Taschenbuch.
Mein - erster - Tanzroman ist der zweite in der Reihe und Ende Juni erschienen. "Die Enkelin" des Vereinsvorsitzenden sieht Tanzen lediglich als Kulturtechnik statt die Turniertradition der Familie fortzusetzen. Dann lernt sie durch einen ihrer Tanzpartner den Square Dance kennen. Und sie verliert ihr Herz - an den Caller genauso wie an den Tanz. Doch ihr Großvater schreckt vor nichts
zurück, um die beiden voneinander fernzuhalten.
"Die Enkelin" gibt es als E-Book bei Amazon, anderen internationalen und nationalen Anbietern weltweit: Universal-Link via books2read
Als Taschenbuch bei Amazon , sowie im deutschen und im internationalen Buchhandelerhältlich
Mein zweiter Tanzroman "Zurück aufs Parkett" erzählt von Madelines Großmutter Friederike Lagrange: Viele Jahre nach einem Autounfall kehrt sie mit einem neuen Partner wieder aufs Parkett im Tanzblub Lietzensee zurück. Und sie bringt aus ihrer Arbeit als Historikerin den Verein ein neues Thema: barocke Tänze.
Aber als dann auch ihr Mann wieder mit ihr tanzen will, steht sie vor einem Dilemma ...
Als E-Book bei Amazon, anderen internationalen und nationalen Anbietern: Universal-Link via books2read

Als Taschenbuch bei Amazon sowie im deutschen und im internationalen Buchhandel
"
sie dem Star während der Dreharbeiten hinterherläuft, bringt ihren Partner Micky auf die Palme. Sie ist doch "sein" Mädchen - nur weiß sie bislang nichts davon ...
Als E-Book bei Amazon; anderen internationalen und nationalen Anbietern :
Universal-Link via books2readAls Taschenbuch bei Amazon sowie im deutschen und im internationalen Buchhandel
Tine Sprandels "Nele" ist im Juni 2015 erschienen:
Die ehemalige Turniertänzerin Nele lässt ihre Terrassentür immer offen.
Wegen der Katzen. Ihr Lohn
von dem kleinen Putzjob im Tanzclub
Lietzensee reicht kaum für sie und ihre beiden Söhne, schon gar nicht
für eine Katzenklappe. Eines Nachts überrascht sie einen Mann in ihrer
Gartenecke im Hinterhof in Berlin-Prenzlauer Berg. Er gibt vor, seine
eigene Katze zu suchen. Doch sie hält ihn für einen Dieb. Worauf ist er
aus? Auf ihre goldenen Tanzschuhe oder auf ihr Herz?
Ebenfalls sowohl als E-Book wie als Taschenbuch bei amazon.
12.2.13
"Das Feuerpferd" Nummer 1 unter den Pferderomanen
Als Taschenbuch ist der Roman ebenfalls bei Amazon erhältlich.
Im Gestüt am Schattensee wird in einer Gewitternacht ein weißes Fohlen geboren. Mit seiner Geburt in der Welt der Sterblichen entschwindet die Kraft des Feuers aus dem Schattenreich und der Insel Seoria droht der Untergang.
Der „alte Grint“ versucht, diesen Moment der Schwäche zu nutzen, um das ganze Schattenreich zu unterwerfen. Seorias Herrscherin, die Zauberfürstin Moghora, muss nun in beiden Welten um ihre Macht kämpfen.
Die Bewohner des Gestüts und eines benachbarten Weinguts sehen sich gezwungen, Partei zu ergreifen; und am Ende sind es Menschen, die über den Ausgang des Kampfes zwischen Moghora und dem alten Grint entscheiden.
Der Roman ist zuerst 2005 als gebundene Verlags-Ausgabe erschienen.
Als E-Book auch bei Weltbild sowie bei Kobo, Google Play Smashwords in allen Formaten, bei beam e-Books,
bei Apple (iTunes), Xinxii
3.7.12
Der Heermeister des Dogen
Eine der Personen aus dem Gefolge Henri de Guises spielt in meinem Roman "Königliche Republik" eine größere Rolle: der Baron de Modène, Esprit de Raymond de Mormoiron, genannt Comte de Modène. Was ihm in Neapel widerfährt, folgt den lhistorischen Tatsachen.
Der Conte de Modène – Conte di Modena für die Neapolitaner – war ein langjähriger Waffengefährte von de Guise. 1641 hatte er an seiner Seite in der Schlacht von Marfée gegen Frankreich gekämpft. Wie de Guise selber wurde er danach vom Pariser Parlament zum Tode verurteilt. Er floh nach Flandern; wurde allerdings noch von Ludwig XIII begnadigt.
Die Sprache weicht nicht allzu weit vom heutigen Französisch ab. Man liest sich schnell ein.
Print-Ausgabe der "Königlichen Republik" erschienen
Erhältlich auf Amazon.
Neapel 1647 nach dem "Masaniello"-Aufstand:
396 Seiten. ISBN 978-1477531143
6.6.12
Welt in Flammen - Historischer Roman
5.6.12
Gennaro Annese - der intrigante Waffenschmied
| Zeichnung aus dem englischen Wikipedia |
17.4.12
Geldgeschäfte
| Münze der Königlichen Neapolitanischen Republik |
13.3.12
Neapel im Untergrund
6.3.12
Kapellmeister am Hof von Neapel
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| Giovanni Maria Trabaci |
Falconieri war Sänger, Komponist und spielte die Laute. Er schrieb Motetten und Madrigale und Stücke für die frühbarocken Tänze, bei denen er spanische und italienische Elemente kombinierte. Ein „Buch“ mit Kanzoni und Tänzen widmete er Don Juan d’Austria, dem unehelichen Sohn König Philips IV von Spanien, der die Flotte befehligt, die der spanische König im Spätsommer 1647 nach Neapel schickt, um den Aufstand zu beenden. Meine Mirella begegnet Don Juan an Bord seines Flagschiffs, als sie ihren Verlobten besucht.
Mein historischer Roman "Königliche Republik" ist jetzt als E-Book erschienen.
Derzeit ist er erhältlich auf Smashwords
und auf Amazon in den Kindle Stores aller Länder.
Weitere Plattformen folgen.
Die ehrgeizige Patriziertochter Mirella Scandore ist mit einem Granden Spaniens verlobt, als sich das Volk von Neapel gegen die spanische Herrschaft erhebt. Neapel erwählt sich den Herzog von Lothringen, Henri de Guise, zu seinem neuen Dogen.
Mirella lernt ihn zu schätzen und verliebt sich in einen seiner Offiziere, Alexandre de Montmorency.
Ihr Bruder Dario dagegen bekämpft die junge Republik und schließt sich nach einem Anschlag auf das Tuchlager der Familie den feudalen Landbaronen an. Als er verraten wird, deckt Mirella ihn schweren Herzens.
Doch dann plant er ein Attentat gegen den Dogen, bei dem unweigerlich auch Alexandre getötet würde.
28.2.12
Kultur und Wissenschaft im Neapel der Frühen Neuzeit
Neapel war zur Zeit der „Königlichen Republik“ mit 400.000 Einwohnern eine der größten Städte Europas.
Im Geschichtsunterricht an deutschen Schulen kommt es nach der Epoche der Staufer gleichwohl kaum vor – vielleicht weil es so „weit abgelegen“ ist?
Neapel war nicht nur groß und reich, sondern auch ein Zentrum der Kultur.
Die erste Universität Neapels wurde 1224 als ghibellinische Einrichtung gegründet, um ein Gegengewicht zur Kultur den Guelfen in Bologna zu schaffen. Sie gilt als die erste laizistische Universität Europas, die „von Staats wegen“ (durch König Ferdinand II) gegründet wurde.
Im 15. Jahrhundert war auf Initiative unabhängiger Bürger die Akademie Pontaniana gegründet worden. Sie diente der Förderung von Wissenschaft, Literatur und Kunst.
Allerdings existierte sie in jener Epoche nur von 1458 bis 1542. Dann wurde sie vom spanischen Vizekönig Pedro de Toledo geschlossen, der im Zuge der Hispanisierung jeglichen Zusammenschluss unabhängiger Bürger behinderte. (Erst zweieinhalb Jahrhunderte später sollte sie wiederbelebt werden.)
Möglicherweise ist die Akademie Pontaniana sogar die älteste Akademie Italiens überhaupt: Ihr Ursprung wird von einigen Historikern auf das Jahr 1442 zurückgeführt, als Alfonso I d’ Aragona kurz vor seiner Krönung zum König von Neapel eine Bibliothek errichtete, in der sich Kulturwissenschaftler zur Diskussion über Philosophie und Literatur versammelten.
Neapolitanisch ist eine eigene romanische Sprache; keineswegs ein italienischer Dialekt. Ab 1442 – per Dekret von König Alfonso I – ersetzte es das Latein in den offiziellen Dokumenten und in den Versammlungen am Hof von Neapel: Ein Jahrhundert lang war es die Amtssprache des Königreichs beider Sizilien.
Im 16. Jahrhundert zwang der spanische König Ferdinand I den Neapolitanern Kastilianisch als Amtssprache auf. Neapolitanisch überlebte fürs erste aber in den Behörden und blieb die Sprache der Diplomatie und der Beamten, bis es dort, per Dekret, von Toskanisch ersetzt wurde.
Zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, in der Epoche der neapolitanischen Schule, sind komplette Opern-Libretti in neapolitanischer Sprache geschrieben worden.
Und auch das Musical „Masaniello“ von 1996 ist auf neapolitanisch und Aufführungen in anderen Städten werden italienisch „untertitelt“, damit der Text verstanden wird. (Genau genommen ist es keine Untertitelung, sondern eine durchlaufende Leuchtschrift über der Bühne.)
Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurden vier Konservatorien gegründet und die neapolitanische Musik eine eigene Schule. Die Wurzeln des „canzone napoletano“ reichen bis ins 13.Jahrhundert zurück.
Das berühmteste Musikinstrument, die „klassische“ Mandoline – die neapolitanische –, wurde ab dem 17. Jahrhundert vom Instrumentenbauer Vinaccia produziert. Er ersetzte die Kupfersaiten durch Metall und verbesserte dadurch entscheidend den Klang des Instruments.
Caravaggio, der zwischen 1607 und 1610 in Neapel lebte, war prägend für die neapolitanische Malerei des 17. Jahrhunderts, die eine Reihe bedeutender Werke hervorgebracht hat. Zuvor – unter den Anjou – war Giotto in Neapel tätig: Von ihm stammt ein Teil der Fresken der Basilika Santa Chiara.
21.2.12
Neapolitanische Küche
Pizza! Vermutlich noch vor den Nudeln fällt einem die Pizza als klassisches neapolitanisches Gericht ein. Immerhin ist die Pizza napoletana seit Anfang 2005 als Warenzeichen innerhalb der Europäischen Union eingetragen.
Es ist historisch allerdings nicht gesichert, ob die Pizza, so wie wir sie kennen, tatsächlich in Neapel erfunden wurde. Jedenfalls wurden erst seit dem 19.Jahrhundert Flachbrote mit Tomaten, Käse und anderen Zutaten bedeckt und dann gebacken.
Und was haben die Neapolitaner vorher gegessen?
Die Wurzeln der neapolitanischen Küche sind griechisch-römischen Ursprungs. Lukullus – bis heute ein Synonym für gutes und üppiges Essen – besaß eine Villa in Neapel. Dort ließ er für seine Bankette Fische züchten, insbesondere Muränen.
Im Mittelalter galten die Neapolitaner als „Blätterfresser“: Gemüse waren die Hauptnahrungsmittel des einfachen Volkes; besonders beliebt die Brokkoli. Daneben natürlich auch, was das Meer hergab.
Fleisch war weniger erschwinglich und daher seltener. Es wurde gerne süßsauer zubereitet, mit Pflaumen, Knoblauch, Rosinen, Pinienkernen, Mandeln und Zimt.
Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert änderten sich die kulinarischen Geschmäcker, als sich die aus Amerika importierten Nahrungsmittel verbreiteten: Tomaten, Kartoffeln, Paprika; der Truthahn und der Kakao.
Mit dem Anwachsen der Bevölkerung und der immer größeren Ausdehnung der Stadt wurden Lebensmittel wichtiger, die sich gut konservieren ließen: Nudeln. Aus den Blätterfressern wurden „Makkaronifresser“.
Die Produktion von Nudeln in quasi-industriellem Umfang begann im 17. Jahrhundert in einem Ort namens Gragnano – gegen 30 km südlich von Neapel – . Zufällig war das dortige, leicht feuchte Klima besonders gut für den notwendigen langsamen Prozess des Trocknens geeignet.
Die Küche der Armen verband Nudeln häufig mit Gemüse oder Fisch und anderen Meerestieren.
Im Sommer war Obst eines der Hauptnahrungsmittel: Darum war es eine neue Steuer – gabella – auf dieses Lebensmittel, die den Aufstand im Sommer 1647 provozierte.
Süße Backwaren, als Kleingebäck oder Torten, gab es traditionell an Weihnachten und Ostern. Und zum Karneval.
„Fast food“ gibt es in Neapel seit den Zeiten der Römer: vorwiegend Frittiertes, das auf der Straße erworben und verzehrt werden konnte.
14.2.12
Europa im 17.Jahrhundert
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| Schlacht von Rocroi |
Der Aufstand 1647 in Neapel erfolgte zu einem Zeitpunkt, an der ein Umbruch der Machtverhältnisse im Europa stattfand.
Die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts in Europa gilt landläufig als vom Dreißigjährigen Krieg geprägt. Scheinbar ein Glaubenskrieg, ging es in Wahrheit um die Vorherrschaft in Europa. Das katholische Frankreich finanzierte die Feldzüge des protestantischen Schweden – ohne das Geld Ludwigs XIII. wäre König Gustav Adolf nicht weit gekommen.
Gewissermaßen parallel zum Dreißígjährigen Krieg kämpfte das katholische Frankreich gegen das katholische Spanien. Im Süden gelang es Frankreich, sich den Roussillon anzueignen. Flandern wurde über Jahre regelmäßig von den Armeen beider Länder verwüstet ... Die Schlacht von Rocroy 1643 erwies sich in der Folge als Anfang vom Ende der militärischen Überlegenheit Spaniens in Europa.
Spanien hatte die unermesslichen Reichtümer aufgebraucht, die es sich nach der Entdeckung Amerikas 1492 angeeignet hatte. Das Gold war nicht in den Aufbau wirtschaftlicher Größe, sondern in kriegerische Auseinandersetzungen geflossen; Spaniens Politik fehlte die Nachhaltigkeit, die 16. Jahrhundert die Niederlande zu einer großen Handelsnation machte, gefolgt von Großbritannien, nachdem dort die Folgen der Glorious Revolution überwunden waren.
Der Mangel an Geld in Spanien führte dazu, dass auch die militärischen Operationen immer schwieriger auszurüsten waren. Die Armeen jener Zeit waren vorwiegend Söldnerarmeen; gab es keinen Sold und auch nichts zu plündern, „kündigten“ die Soldaten. Oftmals verdingten sie sich anschließend bei der feindlichen Armee – wobei sie kriegswichtige Informationen mitbrachten.
Während des Aufstands in Neapel plünderten die spanischen Söldner die Häuser der reichen Adligen, als ihre Versorgungslage prekär wurde. Und sie verkauften ihre Waffen an die Neapolitaner.
Frankreich war zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein Staat, in dem die Gouverneure der Provinzen ihre eigenen Interessen verfolgten, oftmals im Widerspruch zum König. Und König Ludwig XIII hatte einen Gegner in der eigenen Familie; seinen Bruder, genannt Monsieur. Kardinal Richelieu regierte und arbeitete am Aufbau des Zentralstaats, in dem alle Macht in den Händen des Königs (und den seinen) lag.
Richelieu starb 1642; im Frühjahr 1643 auch der König. Mazarin folgte Richelieu im Amt und dieser setzte sie anti-spanische Politik fort. Die Regentin war eine Schwester des spanischen Königs und obwohl sie zuvor den Krieg gegen Spanien abgelehnt hatte, ließ sie ihn nun aus Gründen der Staatsräson fortführen: Ludwig XIV sollte ein mächtiges Reich führen.
Als die aufständischen Neapolitaner sich Hilfe suchend an den Papst wandten, rieten daher Vertraute der französischen Krone, sich unter den Schutz Frankreichs zu begeben. Der Marquis de Fontené, Botschafter Frankreiches in Rom, versprach Hilfe und schlug den Neapolitaner vor, sich an den Herzog de Guise, Henri de Lorraine, zu wenden, der gerade zwecks Annulierung seiner zweiten Ehe in Rom war.
7.2.12
Tänze
Hoftanzmeister und das Erscheinen der ersten Tanzhandbücher sorgten dafür, dass Tänze international wurden. Der Tanz wurde Teil der adligen Lebensweise. Am Anfang standen würdevolle Schreit- und Prozessions-Tänze wie die Pavane. Über die Pavane schrieb der französische Tanztheoretiker Thoinot Arbeau: „Den Königen, Fürsten und großen Herren dient die Pavane dazu, sich aufzublähen und sich prunkend zu zeigen.“
Im 16. Jahrhundert wurden Tänze modern, die sich durch Sprünge und schnellere Bewegungen auszeichneten und auch mehr Beweglichkeit erforderten. Der erste dieser Tänze war die italienische Gaillarde, die bald regelmäßig nach der Pavane getanzt wurde, bis sie von der Courante bzw. der Corrente abgelöst wurde: Aus der altfranzösischen Courante wurde im 17. Jahrhundet die „Courante“ und die „Corrente“ – die Courante langsamer und im 3/2 oder 6/4 Takt; die Corrente meist im 3/8 oder 3/4 Takt. (Die Courante ist langsamer als die Corrente)
Diese lebhaften Tänze als stilisierte Versionen der Volkstänze, die wurden mit gleichfalls stilisierter Musik unterlegt. Entsprechend der von den Tanzschulen gelehrten Reihenfolge der Tänze wurden die passenden Suiten komponiert, in denen uns noch heute die Namen der Tänze begegnen.
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Wenn von italienischen Volkstänzen die Rede ist, fällt stets ein Begriff: die Tarantella.
Der Legende nach soll sie von denen getanzt worden sein, die von einer giftigen Spinne, der tarantola, gebissen worden waren. Wahrscheinlicher war aber die Stadt Taranto der Namensgeber.
Vermutlich ist sie aus Fandango und Moreska entstanden.
Es ist auch nicht ein Tanz, sondern – heutzutage - der Oberbegriff für eine ganze Reihe süditalienischer Tänze. Gemeinsam ist diesen Tänzen lediglich, dass sie schnell sind. Sie unterscheiden sich aber sowohl in der Tonart wie in der Metrik. Im Laufe der Zeit wurden die regionalen Namen durch die Bezeichnung Tarantella ersetzt. Die erste schriftliche Erwähnung stammt vom Beginn des 17. Jahrhunderts; die Tarantella wurde zum Emblem des „Königreichs der beiden Sizilien“ – Sizilien und Neapel.
31.1.12
Schokolade
Kakaobohnen waren von großem Wert und wurden im Mexiko Montezumas als Zahlungsmittel benutzt. Kakao galt zudem als berauschendes Lebensmittel und war damit – nach Ansicht der Azteken – für Frau und Kind ungeeignet: Das Getränk war den erwachsenen Männern des Adels vorbehalten.
Schokolade wurde im Laufe des 16. Jahrhunderts zum Modegetränk am spanischen Hof; richtig populär aber erst, nachdem man auf die Idee gekommen war, es zu süßen. Für das 16. Jahrhundert blieb es auf den spanisch beherrschten Teil Europas beschränkt.
Frankreich machte die Bekanntschaft mit der Schokolade 1615 in Bayonne bei der Hochzeit Königs Ludwigs XIII mit der spanischen Prinzessin Anna von Österreich.
Der Beiname „von Österreich“ bezieht sich auf den Habsburger Ursprung der damals in Spanien herrschenden spanischen Königsfamilie. So heißt auch der Bastard-Sohn König Philipps IV. Don Giovanni (oder Don Juan) d’Austria. Er taucht als neuer spanischer Vizekönig in meinem Roman „Königliche Republik“ auf.
Zur Mode wird Schokolade am Hof von Versailles aber erst in der Zeit Ludwigs XIV. Sie wird heiß getrunken wie Kaffee; nur der Hof hat anfangs Zugang zu dem Getränk.
Wer sich an die „Angélique“-Romane von Anne Golon – oder die Filme – erinnert: Angélique wird reich, nachdem sie vom König das Monopol für Schokolade erhalten hat. (Was natürlich nicht den historischen Tatsachen entspricht; aber ein Roman darf das.) Sie eröffnet ein gut gehendes Kaffeehaus und vergibt Lizenzen für andere Städte – Franchising. („Merveilleuse Angélique“)
Wahrscheinlich Ende des 16. Jahrhunderts gelangte die Schokolade nach Italien: Caterina, eine Tochter Philipps II. von Spanien, heiratete 1585 den Herzog von Savoyen, Carlo Emanuele I. Anfang des 17. Jahrhunderts brachte dann ein Florentiner Händler die Schokolade in die Toskana.
Ab 1606 wurde Schokolade in Florenz, Venedig und Turin hergestellt, gelangte also über den höfischen Rahmen hinaus.
Darum ist es plausibel, dass Mirella Scandore in der „Königlichen Republik“ bei der alten Cristina Schokolade trinkt. Zusammen mit dem Süßen war es auch schon verbreitet, sie mit Milch statt mit Wasser zu kochen.
24.1.12
Masaniello – der Schmuggler als Generalleutnant von Neapel
Der von Masaniello angeführte Aufstand im Juli 1647 war der Auslöser für den Versuch der Neapolitaner, sich von der spanischen Herrschaft zu befreien.
Spanien stand im Begriff, die Vorherrschaft in Europa zu verlieren. Nachdem das Gold aus den amerikanischen Indianerreichen aufgebraucht war, musste anderweitig Geld her, um den Krieg in Flandern zu finanzieren.
Der spanische Vizekönig in Neapel sollte eine Million Dukaten eintreiben.
Nach manchen Berichten war es eigentlich Masaniellos Frau Bernadetta Pisa, die am 7. Juli 1647 während des Fests zu Ehren der Madonna del Carmine den Aufstand auslöste. Bernadetta war acht Tage im Gefängnis gewesen, weil sie einen Strumpf voll Mehl steuerfrei in die Stadt geschmuggelt hatte. Um sie auszulösen, hatte Masaniello 100 Scudi zu zahlen, für die er sich verschulden musste.
Masaniello – richtiger Name Tommaso Aniello d'Amalfi – 1620 in Neapel geboren, war Fischer wie sein Vater. Hauptsächlich aber schmuggelte er für den napoletanischen Landadel und brachte es dabei zu beträchtlichem Ruhm.
Gemeinsam mit seinem Bruder Giovanni und Gruppen von lazzari (damals jugendliche Nichtstuer und Kleinkriminelle aus den armen Schichten) begann Masaniello ab Juni die ersten Scharmützel gegen die gabelle, die während des Marienfestes zum Aufstand wurden.
Der Vizekönig verschanzte sich in einem Kloster und ließ dem Erzbischof der Stadt, Filomarino, ausrichten, er sei bereit, alle Steuern aufzuheben. Und desgleichen die alten Privilegien wieder in Kraft zu setzen, die dem Bürgertum die gleichen Rechte wie den Adligen gaben.
Währenddessen begann Masaniello einen Rachefeldzug gegen die Steuereintreiber, dem bald auch zahllose Adlige und Patrizier zum Opfer fielen. Jeder galt als Verräter, der verhandeln wollte.
Auf diese Weise machte sich Masaniello unter dem Adel Feinde. Ein erstes Attentat auf ihn scheiterte jedoch und der Anführer der Banditen wurde gelyncht.
Am Tag danach wurde Masaniello zum Capitano generale del fedelissimo popolo napoletano ernannt, also zum militärischen Führer von Neapel. Bis dahin hatte er laut einem Brief des Kardinals an den Papst "Vorsicht, Weisheit und Mäßigung“ bewiesen.
Nach seiner Ernennung begann er mit seiner Frau am Hof des Vizekönigs zu verkehren. Und eine Willkürherrschaft über Neapel auszuüben, die an den Terreur der Französischen Revolution erinnert.
Schlimmer aber, er begann Anzeichen von Wahnsinn zu zeigen. Die Legende behauptet, der Auslöser sei ein Halluzinogen gewesen, dass man ihm während eines Banketts beim Vizekönig heimlich verabreicht habe.
Im Verfolgungswahn floh er am 16. Juli in die Basilika der Madonna del Carmine, aber das Volk war nicht mehr bereit, ihm zu gehorchen und ihn zu schützen. Er hielt während der Messe eine Rede und zog sich nackt aus. Filomarino bewog ihn, sich ins angrenzende Kloster zurückzuziehen. Vom Vizekönig gekaufte Soldaten erschossen und köpften ihn dort . Anschließend wurde er in einem Graben verscharrt.
Am folgenden Tag stellten die Neapolitaner fest, dass sie verloren hatten, was Masaniello ihnen erkämpft hatte. Auf Mehl wurden wieder Steuern erhoben und das Brot wog weniger als am Vortag.
Masaniellos Leiche wurde ausgegraben, der Kopf wieder angenäht und am.18 Juli wurde er nach einer Prozession durch die ganze Stadt in der Basilika begraben.
17.1.12
Tercios - die spanischen Eliteeinheiten der frühen Neuzeit
Die gefürchtetsten Armeeeinheiten des Dreißigjährigen Krieges waren die spanischen Tercios: Bis zur Schlacht von Rocroy (1643) galten sie als unbesiegbar.
Die Tercios waren Infanterieeinheiten und das Besondere an ihnen war ihre ausgeklügelte Formation aus verschiedenen Waffengattungen: über fünf Meter lange Piken, Schwerter und Schusswaffen (Arkebusen und Musketen). In ihrer endgültigen Struktur bestanden sie aus Einheiten von 3.000 Mann, in der Regel zehn Kompanien.
Ihre Schlachtorganisation war für jene Zeit innovativ; von den antiken römischen Legionen inspiriert. Als kompaktes Karrée, außen die Pikeure, waren sie schwer zu überwinden. Selbst Kavallerieangriffen vermochten sie Stand zu halten. Andererseits waren sie durch ihre unterschiedliche Bewaffnung flexibel. Ein Bild von ihrer Kampfweise bietet der spanisch-französische Spielfilm „Capitain Alatriste“.
Die ersten drei Tercios waren lange vor dem Dreißigjährigen Krieg gegründet worden, während der Italienischen Kriege zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Sie wurden 1534 und 1536 auf Befehl Königs Karls I. von Spanien geschaffen. Eines davon war (1536) der „Tercio (viejo) de Nápoles“ mit Garnisonen sowohl in Neapel selbst wie in den umliegenden Provinzen.
Die Armeen jener Zeit formierten sich in der Regel aus Söldnern – Landsknechten –, die sich von Krieg zu Krieg und Land zu Land ihre Arbeit suchten. Die Tercios dagegen bestanden aus professionellen Freiwilligen, die den Einheiten dauerhaft angehörten. Dadurch war der Zusammenhalt in diesen Tercios größer als üblich, wenngleich auch diese Soldaten aus verschiedenen Ländern stammten.
In Friedenszeiten kostete der Unterhalt der Tercios bis zu einem Drittel des Budgets des Königreichs Kastilien. Der Gewinn bestand in einer erstklassigen Ausbildung für ihre spezielle Kampfweise, die sie den Söldnerarmeen für ein Jahrhundert überlegen machten.
Erst eine neue Taktik für die Kavallerie und geschickterer Einsatz der Artillerie durch den Duc d’Enghien in der Schlacht von Rocroi setzten ihrem legendären Ruf ein Ende.
10.1.12
Henri de Guise, Herzog von Lothringen
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war Frankreich noch kein absolutistisch regierter Zentralstaat. Kardinal Richelieu trieb diese Entwicklung maßgeblich voran; natürlich gegen den Widerstand der Fürsten in den Provinzen. So wurde Frankreich mitten im Dreißigjährigen Krieg von Revolten und Schlachten "Franzosen gegen Franzosen" geplagt.
Einer derer, die gegen den französischen König in den Krieg zogen, war Henri de Guise aus dem Hause Anjou.
„Er war unglaublich jung; Mitte Dreißig vielleicht – wie hatte er in seinem kurzen Leben all die Dinge untergebracht, von denen sie gehört hatte? Erzbischof in Reims, zwei Ehen, eine Verschwörung gegen den König von Frankreich, eine Aussöhnung und eine erneute Verschwörung. Und nun hier für die Interessen Frankreichs. Oder für seine eigenen?“ - aus: Königliche Republik
„Kindheit“ im heutigen Sinn gab es in der Frühen Neuzeit sowieso nicht. Die Söhne der Adligen hatten oft sehr jung schon bedeutende Ämter inne oder waren ranghohe Offiziere.
Henri de Guise (1614-1664) war als eines der jüngeren Kinder von klein auf für die kirchliche Laufbahn bestimmt worden. Obwohl nicht Priester, wurde er schon als Kind Abt mehrerer Klöster. Mit 15 wurde er zum Erzbischof von Reims ernannt. Durch den Tod eines älteren Bruders und dann seines Vaters wurde er der vierte Herzog de Guise. Das gab ihm 1641 den Vorwand, dem ungeliebten Kirchenamt zu entkommen. Auch hatte er Heiratspläne.
Er legte sich mit Richelieu an und musste deshalb aus Frankreich fliehen. Gemeinsam mit anderen französischen Adligen kämpfte er in der Schlacht von La Marfée (1641) gegen Frankreich. Er wurde vom Pariser Parlament daraufhin zum Tode verurteilt. Da man ihn selber nicht in den Fingern hatte, wurde ein Gemälde von ihm „hingerichtet“.
1643, nach dem Tod Richelieus und König Ludwigs XIII wurde er von der Regentin Anna von Österreich begnadigt und konnte nach Paris zurückkehren. Dort beteiligte er sich allerdings fleißig weiter an den Intrigen und musste nach dem Scheitern der „Conjuration des Importants“ erneut Frankreich verlassen.
Inzwischen hatte er geheiratet, mochte aber seine Frau nicht mehr und hatte sich in eine andere verliebt. In Rom versuchte er daher 1647, die Annullierung seiner ersten Ehe zu erreichen.
Die aufständischen Neapolitaner wandten sich Hilfe suchend an Henri de Guise. Daraus, dass seine Vorfahrin Isabelle de Lorraine 1420 den König von Neapel, René d’Anjou, geheiratet hatte, konnte das Anrecht auf den Thron Neapels abgeleitet werden.
Frankreich hieß es natürlich gut, dass Spanien geschwächt wurde; Mazarin und der König sagten ihre Unterstützung des Aufstands zu.
Im November 1647 wurde Henri de Guise zum Dogen von Neapel gekrönt. Die materielle Hilfe Frankreichs blieb aber spärlich. So wurde es nach anfänglichen militärischen Erfolgen immer schwieriger, sich gegen die Spanier zu behaupten. Zudem kam es zum Machtkampf mit Gennaro Annese, dem Generalleutnant Neapels. Schließlich warf de Guise auch noch seinen eigenen Heermeister, den Comte de Modène, wegen angeblichen Verrats ins Gefängnis.
Verraten wurde er aber von Neapolitanern, die im Geheimen mit Spanien paktierten. Er wurde aus der Stadt gelockt und am 6.April 1648 gefangen genommen.
Das war das Ende der Königlichen Republik Neapel.
Henri de Guise blieb bis 1652 in spanischer Gefangenschaft.
3.1.12
Billard ... ging früher ganz anders
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| Gravur aus einer Spielanleitung von 1674 |
aus "Königliche Republik"
Der französische König Ludwig XI (1461–1483) soll als erster einen Billard-Tisch benutzt haben. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurde an vielen europäischen Höfen Billard gespielt. Es hatte sich aus Ballspielen im Freien entwickelt, bei denen der Ball mit einem Stock geschlagen wurde.
Als es - möglicherweise des Wetters wegen - nach innen verlegt wurde, landete es auf dem Tisch. Der wurde mit Leisten versehen, um die Bälle im Zaum zu halten.
Davon abgesehen hatte das damalige Spiel mehr Ähnlichkeit mit Cricket als mit den uns vertrauten Varianten des Billards.
Man benutzte keine Queue, sondern ein Spielgerät, das entfernt an einen Hockey-Schläger erinnert. Damit mussten die Bälle durch Tore, Bögen und über Hindernisse befördert werden.
Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts begann die Entwicklung des Spielstocks zur Queue, als die Bälle mehr und mehr mit dem dünnen Ende des Stocks bewegt und mehr gestoßen als geschlagen wurden.
Nach der Französischen Revolution ging die Weiterentwicklung des Spiels einerseits in Richtung Karambolage, andererseits zum Pool-Billard.












